DIE VERWENDUNG VON TRAUBENSAFT IM HEILIGEN ABENDMAHL in einer lutherischen Gemeinde bedroht unsere Gemeinschaft dort, wo sie ihren tiefsten Ausdruck findet. Denn unsere historische gemeinsame Praxis ist die ausschließliche Verwendung von natürlichem Brot und natürlichem Wein, wie die folgende Anekdote aus Luthers Tischgesprächen veranschaulicht:
Als jemand fragte: Sollte einem Kranken, der das Sakrament empfangen möchte, der aber wegen Übelkeit keinen Wein verträgt, anstelle von Wein etwas anderes gereicht werden? Da antwortete der Doktor: „Diese Frage wurde mir schon oft gestellt, und ich habe sie immer so beantwortet: Man soll nichts anders nehmen denn Wein [quam vinum]! Wenn jemand den Wein nicht verträgt, so soll mans lassen bleiben, damitt man nicht neurung mache oder einfure. (Quaestio de sacramento, WA TR 5, S. 203, Nr. 5509; vgl. AE 54, S. 438)[1]
Diese Geschichte widerlegt unsere moderne Kurzsichtigkeit, die annimmt, wir seien die Ersten, die solche seelsorglichen Bedenken haben. Doch sie wirft die grundlegende Frage auf, warum genau dies unsere gängige Praxis ist. Was ist die biblische und historische Grundlage für das Beharren unserer Kirche auf der ausschließlichen Verwendung von natürlichem Wein? Im Folgenden werden die historischen, biblischen und konfessionellen Belege und Argumente dargelegt, die dies stützen.
- Der HErr hat Sein Abendmahl während des letzten Passahs mit Seinen Jüngern eingesetzt. Auch wenn historisch-kritische Exegeten diesen Zusammenhang angezweifelt haben, ist dies die klare Lehre der synoptischen Evangelien.[2] Das Passahmahl ist der historische Kontext, in dem die Einsetzung des Sakraments zu untersuchen ist.
- Für unsere Untersuchung ist es bedauerlich, dass sich im Alten Testament kein Hinweis auf einen Kelch Wein beim Passah findet. 2. Mose 12 spricht lediglich von ungesäuertem Brot, bitteren Kräutern und einem Lamm oder einer Ziege. Um eine Erklärung für die Kelche zu finden, müssen wir uns rabbinischen Quellen zuwenden.
- Die Mischna, die im 2. Jahrhundert n. Chr. auf der Grundlage einer langjährigen mündlichen Überlieferung zusammengestellt wurde, lehrt: „Selbst der Ärmste in Israel darf nicht essen, bevor er sich zu Tisch gesetzt hat, und man darf ihm nicht weniger als vier Becher Wein zu trinken geben, selbst wenn dieser aus dem [Armen-]Teller stammt“ (Moed, Pesahim, 10:1). In der gesamten Diskussion wird der Inhalt der Becher durchgehend als „Wein“ (הַיַיִן, ha-yayin) bezeichnet. Manchmal wird er als „gemischt“, also mit Wasser verdünnt, bezeichnet. Der dritte Becher, bekannt als „Becher des Segens“, gilt als der Becher, den unser HErr gesegnet hat.[3]
- Die Tosefta Moed, ein späterer Kommentar zur Mischna, führt aus, dass die Becher „ein Viertel-Log[4] enthalten müssen, sei es rein oder gemischt, sei es neu oder alt. Rabbi Juda sagt: ‚Aber eine Bedingung ist, dass er den Geschmack und das Aussehen von Wein hat‘“ (10:1). Da ein wissenschaftlicher Rahmen fehlt, ist dies die bestmögliche Formulierung um auszudrücken, dass es sich zwar um alten oder neuen, guten oder schlechten, gemischten oder reinen Wein handeln kann, es aber echter Wein sein muss und dass diese Tatsache für alle Teilnehmer offensichtlich sein muss.
- Die Tosefta erklärt im Anschluss die Bedeutung des Weins als Bestandteil des Passahs:
F. Denn der Wein ist der Anlass für das Sprechen des Tagessegens. […] A. Es ist eine religiöse Pflicht für einen Mann, seinen Kindern und Angehörigen am Fest Freude zu bereiten. B. Und wie bereitet er ihnen Freude? C. Mit Wein, denn es heißt: […] der Wein erfreue des Menschen Herz (Ps 104:15). (10:3-4) - Die Betonung der Freude zeigt, dass das Hauptmerkmal des Weins sein Alkoholgehalt ist, seine Fähigkeit zu berauschen, was zusätzlich untermauert wird durch die Vorschrift, nicht weniger als vier Becher Wein zu trinken. Was ist mit den Schwachen, die dies nicht verkraften können? Rabbi Juda sagt: „Man gibt den Frauen, was für sie angemessen ist, und den Kindern, was für sie angemessen ist“ (Tosefta Moed 10,4). Er gibt keine weitere Erklärung dafür, was dies bedeutet; da er aber zuvor auf die Möglichkeit hingewiesen hat, den Wein mit Wasser zu verdünnen, scheint er dies im Sinn zu haben.
- Joachim Jeremias weist darauf hin: „Im Alltag trank man Wasser. Die tägliche Morgenmahlzeit bestand aus ‚Brot mit Salz und einem Krug Wasser‘, und auch für die Hauptmahlzeit bildeten Brot und Wasser die Grundbestandteile“[5]. Die Worte Jesu an die Frau am Brunnen (Joh 4) bestätigen, dass Wasser das Grundnahrungsmittel war. Wein erfüllte somit eine andere Funktion. Abgesehen vom Letzten Abendmahl wird nur zweimal berichtet, dass Jesus Wein trank: in Matthäus 11,19 (wo von den Festmahlen Jesu mit Zöllnern und Sündern berichtet wird) und in Johannes 2 (wo Jesus reichlich hochwertigen Wein für die Hochzeit zu Kana bereitstellt).
Jeremias geht zurecht davon aus, dass Jesus bei den Festmahlen, zu denen er eingeladen war, Wein getrunken hat, ansonsten aber wie üblich Wasser. Aber das Letzte Abendmahl war anders. Hier war es, wie wir gesehen haben, die Pflicht jedes Teilnehmers, Wein zu trinken – vier Becher, laut der Mischna. Es kann kein Zweifel bestehen, dass Jesus und seine Jünger diese Regel bei ihrer letzten Feier des Passahs befolgten. Der Inhalt des Bechers, den Jesus segnete und austeilte, war Wein. - Es ist auch möglich, dass der Gebrauch von Wein eine medizinische Konnotation hatte, da er normalerweise zusammen mit Öl zur Reinigung und Heilung verwendet wurde (Lk 10,34).
- Gewiss wurde die Gabe des Weins prophezeit[6] als ein Merkmal des messianischen Zeitalters, auf das das Passah hinwies; die Erfüllung begann mit der Gabe Christi zu Kana und setzte sich im Heiligen Abendmahl fort. Dies mag erklären, warum Wein kein Bestandteil des ursprünglichen Passahs im 2. Buch Mose ist, sondern erst im Gelobten Land zum Merkmal des Passahs wurde und von unserem HErrn als eines der beiden Elemente des neutestamentlichen Sakraments aufgegriffen wird.
- Welche Art von Wein Christus verwendete, lässt sich nicht genau bestimmen. Jeremias nimmt an, dass es sich um Rotwein gehandelt haben müsse, da er eine symbolische Sichtweise des Abendmahls vertritt. Wenn es Blut darstellt, müsse es Rotwein gewesen sein, folgert er.[7] Wir Lutheraner teilen diese Ansicht nicht. Tatsächlich waren, wie Jeremias anhand des Talmuds belegt, weißer, roter und „schwarzer“ Wein ohne Weiteres erhältlich. Einige spätere rabbinische Quellen legen fest, dass beim Passah nur Rotwein verwendet werden darf, doch ist ungewiss, ob dies bereits im frühen ersten Jahrhundert galt. Daher kann es keine Vorschrift geben, dass für das Heilige Abendmahl eine bestimmte Weinfarbe verwendet werden muss.[8]
- Wir haben festgestellt, dass Jesus bei der Einsetzung des Heiligen Abendmahls ganz sicher Wein verwendet hat. Wie sollen wir die Tatsache deuten, dass Er von dem Kelch spricht, der „die Frucht der Rebe“[9] enthält? Manche haben behauptet, Jesus erlaube uns damit die Verwendung von Traubensaft, doch diese Schlussfolgerung ist unzulässig. Erstens verwendet Jesus nicht das übliche Wort für „Frucht“, καρπός, das für etwas wie Trauben verwendet werden könnte.[10] Stattdessen verwendet Er das Substantiv γέννημα, abgeleitet vom Verb γίνομαι, das sich besser mit „Erzeugnis“ übersetzen lässt. Daher sollten wir „Erzeugnis der Rebe“ übersetzen, was sich natürlicher auf etwas wie Wein bezieht, der „erzeugt“ wird. Zweitens hat Jesus diesen Ausdruck nicht erfunden, sondern zitiert einen gängigen, rabbinischen Fachbegriff, der bei der Segnung des Weins im Passahkelch verwendet wird. Somit würde jeder Jude „Erzeugnis der Rebe“ als liturgischen Ausdruck erkennen, der sich auf Wein bezieht. Drittens ist die Schlussfolgerung, dass Jesus uns erlaube, jedes Erzeugnis von Reben zu verwenden, weil Er den Inhalt des Kelches als „Erzeugnis der Rebe“ bezeichnete, ein grundlegender sprachlicher und logischer Fehler. […] Nein, Er nahm einen Kelch mit Wein, bezeichnete ihn mit einem gängigen Fachbegriff als „Erzeugnis der Rebe“ und wies uns an, das zu tun, was Er tat.
- Die Konkordienformel steht daher auf festem historischem und theologischem Boden, wenn sie zu dem Schluss kommt: „Denn dieweil Christus diesen Befehl über Tisch und ob dem Nachtmahl tut, ist ja kein Zweifel, daß er von rechtem, natürlichem Brot und von natürlichem Wein, auch von mündlichem Essen und Trinken redet“ (SD VII,48).[11] Solche Worte, die für lutherische Pfarrer verbindlich sind, schließen jeglichen Ersatz aus. Weder Traubensaft noch sogenannter „alkoholfreier Wein“ erfüllen diese Kriterien. Denn obwohl Letzterer einst sicherlich Wein war, ist er nach der Entfernung des Alkohols kein Wein mehr. Manche haben argumentiert, dass alkoholfreier Wein chemisch identisch mit natürlichem Wein sei, wenn auch mit einem geringeren Alkoholgehalt (meist 0,5 %).[12] Dies ist jedoch ein Widerspruch in sich, da die wesentliche Bedeutung des Wortes „Wein“ (von יַיִן, yayin im Hebräischen, οἶνος im Griechischen) die Gärung und das Vorhandensein von Alkohol ist.[13] Wenn wir tun, was der HErr tat, wenn wir verwenden, was Er verwendete, so schließt die Konkordienformel, werden wir keinen Zweifel haben. Die Ersetzung durch andere Elemente lässt erhebliche Zweifel daran aufkommen, dass wir die Gaben haben, die der HErr uns geben will. Und Glaube ist das genaue Gegenteil von Zweifel. Der Glaube hält sich nur an das, was sicher und gewiss ist.
Letztendlich bleibt uns also eine theologische und hermeneutische Frage, die über diese historischen Fragen hinausgeht. Das Heilige Abendmahl wird „Mahl des HErrn“ genannt, weil Er es eingesetzt und uns zu unserem Besten gegeben hat. Er hat uns angewiesen, es in Seiner Kirche gemäß Seinem Auftrag zu feiern. Sein Auftrag lautet, dass wir es so tun, wie Er es getan hat, dass Männer, die an Seiner statt im Heiligen Dienstamt handeln, Brot und Wein nehmen, sie mit den Worten konsekrieren, die Er uns gegeben hat, und sie reuigen und gläubigen Christen zum Essen und Trinken reichen, zur Vergebung der Sünden, zum Leben und zum Heil. Da es das „Mahl des HErrn“ ist und nicht das Mahl des Menschen, dürfen wir es nicht nach unseren Wünschen, unseren Schwächen oder unserem Unglauben verändern (1. Kor. 11,20). Denn es ist in der Tat Unglaube zu glauben, dass unser HErr uns etwas geben würde, das uns schadet. Wir bekennen mit Luther im Großen Katechismus:
Man muß je das Sakrament nicht ansehen als ein schädlich Ding, daß man davor laufen solle, sondern als eitel heilsame, tröstliche Arznei, die dir helfe und das Leben gebe beide an Seele und Leib; denn wo die Seele genesen ist, da ist dem Leibe auch geholfen. wie stellen wir uns denn dazu, als sei es ein Gift, daran man den Tod fresse? (GK V,68).
Wenn solche Ängste uns dazu verleiten, das zu verändern, was Christus uns gegeben hat, riskieren wir, seine Wohltaten gänzlich zu verlieren:
Denn das müssen wir glauben und gewiß sein, […] daß Sacrament nicht unser sondern Christi sei […]. Darumb konnen wir auch nichts anders drauß machen, Sondern müssen seinem befehl nach thun und solchs halten. Wo wirs aber endern odder bessern, so ists nichts, und Christus nicht mehr da noch seine ordnung.[14]
Wo hingegen der Glaube am Wort Christi festhält und das Sakrament als ungeteiltes Ganzes bewahrt wird, wie Er es geboten hat, ist es reich an Segen:
Darumb sihe, welche ein schön groß, wunderlich ding es ist, wie es alles nun einander henget und ein sacramentlich wesen ist. Die wort sind das erste, Denn on die wort were der becher und brod nichts, Weiter, on brod und becher were der leib und blut Christi nicht da, On leib und blut Christi were das newe testament nicht da. On das newe testament were vergebung der sunden nicht da, On vergebung der sunden were das leben und seligkeit nicht da, So fassen die wort erstlich das brod und den becher zum sacrament, Brod und becher fassen den leib und blut Christi, Leib und blut Christi fassen das newe testament, Das newe testament fasset vergebung der sunden, Vergebung der sunden fasset das ewige leben und seligkeit. Sihe, das alles reichen und geben uns die wort des abendmals, und wir fassens mit dem glauben. Solte nu der teuffel nicht solchem abendmal feind sein und schwermer da widder auff wecken?[15]
Dieser Beitrag ist eine Übersetzung einer im Lutheran Theological Review (Ausg. 21, S. 9-14) erschienenen Kurzstudie von Pastor Thomas M. Winger, Th.D., Associate Professor für Theologie am Concordia Lutheran Theological Seminary in St. Catharines, Ontario. Auf der Pastoren- und Diakonenkonferenz des Ostbezirks der Lutheran Church – Canada am 13. November 2007 wurde sie auf Wunsch des Vorsitzenden vorgestellt.
Verweise auf Verse des Alten Testaments sind in der obigen Übersetzung an die Verszählung der Lutherbibel angepasst. Deutsche Texte werden mit entsprechend angepassten Literaturverweisen nach ihren Originalen zitiert.
Auf dem Beitragsbild ist das Altarbild von Torslunde zu sehen (© Lennart Larsen, Nationalmuseet – Wikimedia Commons – Lizenz: CC BY-SA 2.5).
Zur Thematik dieses Beitrags gab es bereits im Jahr 2018 in den „Lutherischen Beiträgen“ einen Artikel von Propst i.R. Gert Kelter:
https://lutherische-beitraege.de/ojs/index.php/luthbei/article/view/54634/54521
[1] Lateinischer Teil des Originals (Zitat bis auf den letzten Halbsatz) ins Deutsche übersetzt.
[2] Joachim Jeremias hat eindeutig bewiesen, dass den Synoptikern in diesem Punkt zu vertrauen ist. Siehe Die Abendmahlsworte Jesu, 3. Aufl., Göttingen, Vandenhoeck & Ruprecht, 1960.
[3] Er wird wegen der Handlung des pater familias an dieser Stelle als „Kelch des Segens“ bezeichnet: „Nachdem sie für ihn den dritten Kelch gemischt haben, spricht er den Segen über sein Mahl“ (10:7).
[4] Ein Log wird üblicherweise mit etwa 300 ml angegeben. Ein Viertel-Log entspricht somit etwa 75 ml. Jeremias (S. 62-64) befasst sich mit der Frage, ob jeder Teilnehmer am Passah seinen eigenen Becher hatte oder ob ein einziger Becher am Tisch herumgereicht wurde. Spätere rabbinische Literatur (der Talmud) könnte so interpretiert werden, dass sie Ersteres (einzelne Becher) beschreibt; in diesem Fall trinkt jede Person 75 ml pro Becher. Jeremias argumentiert jedoch, dass es früher jüdischer Brauch war, einen gemeinsamen Becher zu teilen; in diesem Fall würden 75 ml kaum für einen Schluck pro Person reichen. Daher ist es wahrscheinlicher, dass der Becher damals aufgefüllt und geteilt wurde. So oder so ist der Bericht des Neuen Testaments eindeutig: Bei der Einsetzung des Heiligen Abendmahls reichte Jesus einen gemeinsamen Kelch, der von allen geteilt werden sollte (Mt 26,27; Mk 14,23; Lk 22,17.20; 1 Kor 10,16; 11,25–27).
[5] Jeremias, S. 45.
[6] z.B. Jer. 31,12; Hos. 2,24; Joel 2,19.24; 4,18; Amos 9,13
[7] Jeremias, S. 47.
[8] Tatsächlich war es vor der Neuzeit die nahezu universelle lutherische Praxis, Weißwein zu verwenden: erstens, weil dieser in Deutschland normalerweise verfügbar war; zweitens, weil er als Bekenntnis gegen eine symbolische Sichtweise des Sakraments wirkte.
[9] Anmerkung des Übersetzers: Dies ist eine wörtliche Übertragung des griechischen γενήματος τῆς ἀμπέλου aus Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18 ins Deutsche. Die Lutherbibel übersetzt bereits leicht interpretierend „Gewächs des Weinstocks“.
[10] Die gebräuchlichen griechischen Wörter für die Traube oder eine Traubenrispe sind σταφυλή und βότρυς.
[11] Die Apologie weist die falsche Lehre der Enkratiten zurück, die „keinen Wein [tranken], auch nicht im Abendmahl des Herrn“ (Ap XXIII,45; vgl. auch Ap XV,21). Man muss sich auch heute noch fragen, ob Einwände gegen Wein aus einer falschen Spiritualität herrühren, die die Güte der von Gott geschaffenen Gaben ablehnt.
[12] Siehe z. B. „Is ‚Non-Alcoholic Wine‘ Really Wine?“, Concordia Journal (Jan. 1991): S. 4–6, wo der Gebrauch dieses Produkts zwar vorsichtig befürwortet wird – allerdings ohne dass biblische, konfessionelle oder historische Belege zur Untermauerung dieser Meinung angeführt werden!
[13] Im Griechischen gibt es ein anderes Wort für unvergorenen Traubensaft oder „Most“, aus dem Wein hergestellt wird: τρύξ. Siehe BDAG, S. 701 (Eintrag zu οἶνος). Dass die Gärung der entscheidende Bedeutungsbestandteil ist, geht aus der Tatsache hervor, dass vergorene Getränke aus anderen Früchten als Trauben dennoch als „Wein“ bezeichnet werden können (wie Pfirsich- oder Löwenzahnwein), obwohl sie nicht unter das Gebot Christi fallen, das zu verwenden, was Er verwendet hat, und daher nicht im Abendmahl verwendet werden dürfen. Auch Traubensaft oder „alkoholfreier“ Traubenwein sind nicht in seinem Gebot enthalten, da sie kein natürlicher Wein sind.
[14] Luther, Martin (1533): Von der Winkelmesse und Pfaffenweihe. WA 38, S. 240. Vgl. AE 38, S. 200.
[15] Luther, Martin (1528): Vom Abendmahl Christi. Bekenntnis. WA 26, S. 478-479. Vgl. AE 37, S. 338.
