Dieser Beitrag ist eine Übersetzung eines Artikels von Mary Moerbe, der 2012 auf der Webseite der Organisation „Steadfast Lutherans“ erschien. Mary Moerbe ist eine Pfarrfrau und arbeitet für die LCMS als Diakonin. Das Beitragsbild wurde KI-generiert und erstellt mit OpenAI ChatGPT Images / 4o Image Generation, Sprachmodell: GPT-5.5 Thinking.
Die Frauenordination ist ein Thema, über das die Menschen gerne sprechen. Ob sie darüber nun mit gedämpfter Stimme flüstern, wie über einen skandalösen Insider, oder es in Treffen und Bibelkreisen lautstark kommentieren: Die Diskussion flammt immer und immer wieder auf. Wieder und wieder höre ich Männer darüber wie über ein Frauenthema sprechen, so als wären sie plötzlich ritterlich, weil sie diesen Kampf austragen. Aber es ist weder ritterlich noch ein Frauenthema.
Diejenigen, die für die Frauenordination sind, haben sich ablenken lassen und in hypothetischen Fragen verloren:
- Was, wenn Paulus ein Chauvinist war?
- Was, wenn sich ein paar kulturelle Zugeständnisse in die Heilige Schrift eingeschlichen haben?
- Was, wenn die gesamte Kirchengeschichte etwas falsch verstanden hat?
- Was, wenn wir in unseren Herzen einen Ruf zur Veränderung spüren?
- Was, wenn Gott nur darauf wartet, dass wir dieses Unrecht korrigieren?
- Was, wenn wir jetzt einfach Frauen ordinieren?
Gehen wir also kurz darauf ein. Wenn Paulus ein Chauvinist gewesen wäre, wäre es von Gott falsch gewesen, Paulus zum Schreiben der Heiligen Schrift zu erwählen. Der nächste Punkt, „vielleicht haben sich ein paar kulturelle Zugeständnisse in die Heilige Schrift eingeschlichen“, unterstellt ebenfalls, dass Gott weder mit Seinem Wort noch mit uns sorgsam umginge. Sie geben Gott die Schuld an Unzulänglichkeiten, während sie den modernen Menschen als überlegen anpreisen.
„Was, wenn wir in unseren Herzen einen Ruf zur Veränderung spüren? Was, wenn jedes andere Zeitalter es falsch verstanden hat, aber dies endlich unsere Chance ist, die Dinge richtigzustellen?!“ Dann lies die Heilige Schrift und erinnere Dich daran, dass selbst die Kirche anderen Göttern nachhuren kann. Herzen betrügen ständig. Es sei denn, wir sollen auch Matthäus 15,18-19, Markus 7,21, Lukas 6,45 und all die anderen Stellen aus der Heiligen Schrift herausschneiden, die davon sprechen, dass unsere Sündhaftigkeit und Verderbtheit genau von innen kommen.
In all den Listen, die aufzählen, was aus dem Herzen kommt, führt die Heilige Schrift gewiss keine Kirchenreform oder dogmatische Verfeinerung auf. Stattdessen werden wir gewarnt, uns in Acht zu nehmen! Die Kirche soll sich selbst nicht mehr vertrauen als ihrem Ehemann Christus.
„Was, wenn wir Frauen einfach ordinieren“, setzt voraus, dass Menschen diejenigen sind, die erwählen und erschaffen. Das ist eine Bestätigung und Institutionalisierung von Verwirrung sowie der Erhebung der Menschheit über Gott. Es verführt jene zum Zweifeln, die die Heilige Schrift lesen, spottet über diejenigen, die an Gottes Wirken in der Vergangenheit glauben, und scheint das heilige Amt einmal mehr als eine besondere Klasse von Menschen abseits der gewöhnlichen Menschen darzustellen.
Der Mensch wirkt bei einer Ordination nur bis zu einem gewissen Punkt mit. Gott beruft keine Frauen zu Pastorinnen und somit gibt es keine weiblichen Pastoren. Das Amt ist kein Weg, um Gott näherzukommen, sondern ein Leben der Selbstaufopferung, wie es jedes christliche Leben sein muss. Christus beruft uns nicht zur Verwirrung oder zur Hervorhebung dessen, was wir für uns selbst gewinnen können, schon gar nicht im Namen der Kirche. Stattdessen wird nur eine kleine Anzahl von Männern in das Amt eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Herde gespeist, befreit und, wenn nötig, gebunden wird.
Lasst uns unbedingt einfühlsam gegenüber Menschen, barmherzig und aktiv für Gerechtigkeit sein! Aber Gott wartet nicht darauf, dass wir ein großes gesellschaftliches Unrecht korrigieren, bevor Er mächtig durch Seine Kirche wirkt. Gott wartet nicht darauf, dass wir Seine Kirche in Ordnung bringen, damit Er wiederkommen und endlich stolz sein kann. Gott schickt sich nicht endlich an, Sein Wort zu korrigieren, damit es endlich das sagt, was Er vor zweitausend Jahren meinte.
Das Denkmuster über die Frauenordination betrifft überhaupt nicht das Geschlecht. Bestenfalls ist es Untreue und ein Mangel an Unterordnung innerhalb der Ehe. Epheser 5 stellt absolut klar, dass es Christus ist, der Seine Kirche vorbereitet und heiligt, und nicht „Gutmenschen“, die die Frauenordination vorantreiben. Es ist Christus, der sich opfert, und die Kirche, die empfängt – nicht Männer oder Frauen, die die Kirche reinigen, indem sie Gleichberechtigung fordern und die Kirche auf Grundlage vermeintlicher Rechte beurteilen.
Wer ist die Kirche und wer ist ihr Ehemann? Die Ordination von Frauen begrifflich mit dem Geschlecht zu verknüpfen, macht dieses Thema für mich weder relevanter noch persönlicher. Es führt nicht dazu, dass ich als Frau mehr „Zugang“ zur Frauenordination als Streitfrage finde. Es sagt mir lediglich, dass die jeweilige Person politische Rhetorik von sich gibt, die ich ohnehin schon eher mit gesellschaftlichen Experimenten als mit dem tatsächlichen, realen und alltäglichen Leben verbinde. Ich verbinde es mit der Repräsentation der Menschen und ganz gewiss nicht mit der Repräsentation von Jesus Christus, der als Knabe geboren und am achten Tag beschnitten wurde.
Diese falschen Lehrer und unbedeutenden Spekulanten sehen nicht, was sie tun. Sie sehen nicht, dass Galater 3,28 – die wunderschöne Stelle, die uns lehrt, dass wir alle einer in Christus sind, dass in Ihm alle Gläubigen der erstgeborene männliche Erbe sind – in ihren Bemühungen, das Geschlecht auszuhebeln, grausam verdreht wird. Sie haben sich in einer weiteren hypothetischen Annahme verloren und das Geschlecht abstrahiert! (Ähm, wie werden Babys noch gleich gemacht? Geschlechter spielen dabei immer noch eine Rolle.)
Lassen wir diese Stelle von Christus sprechen, nicht von physischen Unterschieden! Lasst uns die volle Offenbarung des Evangeliums lehren und uns nicht mit Was-Wäre-Wenns ablenken und in ihnen verlieren.
Ich bin mit einem wunderbaren Ehemann gesegnet worden. Würde ich auf Vorschläge von Dritten darüber hören, was er sich vermeintlich von mir wünscht, könnte ich in große Schwierigkeiten geraten. Als seine Ehefrau ist das Mindeste, was ich tun kann, zu warten, bis ich es von ihm selbst höre, bevor ich losrenne und etwas Drastisches tue.
Die Kirche ist die Braut Christi. Wenn Christus kommt und uns Seine Hände und Seine Füße zeigt und uns dann in konkreten Worten sagt, dass Er Frauen ordiniert, werden wir als Seine Braut, die Kirche, hören. Aber wenn jemand anderes kommt und flüstert, was Christus als Ehemann wirklich von uns will, sollten bei uns die Alarmglocken schrillen! Das ist schäbig! Es ist unangebracht und sät Unzufriedenheit. Es untergräbt die Kirche und unsere Ehe mit Christus. Oft versucht es sogar, den Heiligen Geist gegen Christus und das Wort Gottes auszuspielen! Furchtbar!
Christus hat Gläubige in verschiedenen Konfessionen. Ich versuche nicht anzudeuten, dass Er diese nicht hätte; aber es scheint mir, dass einige Konfessionen objektiv versuchen, eine attraktivere, lebendigere Kirche zu erschaffen, um mit Christi gewöhnlicher, alternder Ehefrau zu konkurrieren.
Dann kommen sie, um sich jener Kirche, die zu Hause geblieben ist, anzubieten, und locken sie mit der Behauptung, sie sei noch nicht genug. Als ob das Verführen der Ehefrau die Mätresse akzeptierter machen würde.
Gott sei Dank, dass nichts, was sie tun können, die mit Blut erkauften Märtyrer durch eine modernere Mätresse ersetzen kann! Wir mögen zeitweise gehemmt sein und Gefühle der Verunsicherung haben, aber Christus ist treu zu Seiner Braut. Wir müssen unseren HErrn nicht mit kleingeistigen Versuchen umwerben, Wünsche zu erfüllen, die Er nie geäußert hat. Wir bleiben das, zu dem Er uns gemacht hat, während Er im Wort und im Sakrament zu uns kommt. Wir ruhen in Seiner Fürsorge, auch während wir unsere Kinder mutig die Wege des HErrn lehren.
Gottes Offenbarungen sind weitaus erstaunlicher als hypothetische Spekulationen. Gott tut so viel mehr, als wir oft wahrnehmen! Die konkrete Realität ist, dass Christus Seine Kirche sammelt. Er ist das Haupt. Er spricht und wir halten Sein Wort in unseren Händen. Er liebt uns, hat Sich selbst für uns hingegeben, heiligt uns, reinigt uns durch das Wasserbad im Wort, und Er selbst stellt die Kirche in Herrlichkeit dar, ohne Flecken oder Runzeln oder dergleichen, damit wir heilig und tadellos seien!
Die Betonung liegt auf Christus! Martin Luther lehrte, dass das Evangelium von Jesus Christus – die Rechtfertigung aus Gnade durch den Glauben an das Sühnewerk Christi – im Zentrum jeder Facette der christlichen Lehre und jeder Facette des christlichen Lebens steht. Das Mindeste, was wir tun können, ist, auf Christus zu hören und Ihn beim Wort zu nehmen. Jeder, der sagt, die Kirche müsse zuerst dies oder das tun, relativiert damit Christus und sein Werk. Jeder, der sagt, wir müssten zuerst Frauen ordinieren, relativiert damit Christus und sein Werk und erwartet (wenn nicht gar fordert) eine Strafe, die bereits über Christus ausgegossen wurde.
Diejenigen, die annehmen, dass Frauen ordiniert werden können, verkennen die Seligkeit der Kirche. Diejenigen, die als Braut Christi nicht damit zufrieden sind zu empfangen … was könnte ihnen überhaupt noch mehr gegeben werden? Der Sieg ist dennoch unser: Christus hat Sein Volk seit Anbeginn der Zeit gerettet. Christus hat das heilige Amt gegeben, um Sein Wort kontinuierlich in Seine Welt zu bringen.
Die Kirche zu sein, ist das Seligste überhaupt auf der Welt! Erkennen wir an, dass die Frauenordination [für die Kirche als Braut Christi] eine Frage des Ehebruchs und der Treulosigkeit ist. Bewahren wir uns selbst im Gebet und ruhen wir in Christus, welcher das Haupt Seiner Braut ist!
